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Land & Leute

Kenia (Swahili, englisch: Kenya) ist ein Staat in Ostafrika. Er grenzt an den Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Indischen Ozean.


Geographie

Zentral-Mittel-Kenia wird vom Rift Valley durchzogen, einem Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Die höchste Erhebung - der Batian mit 5199 m - befindet sich im Mount-Kenya-Massiv. Der tiefste Punkt liegt bei 0 m an der 480 km langen Küste des Indischen Ozeans; dort sind teilweise Korallenbänke vorgelagert. Die längsten Flüsse des Landes sind: Tana, Sabaki und Kerio.


Bevölkerung

Die meisten Einwohner Kenias gehören bantusprachigen Volksgruppen an. Zu diesen zählen die Kikuyu (mit rund 22 % Bevölkerungsanteil die größte Volksgruppe Kenias), die Luhya (14 %), Kamba, Kisii und Mijikenda. Des Weiteren leben in Kenia nilotische Volksgruppen wie die Luo (mit 13 % die drittgrößte Gruppe), Kalendschin (12 %), Massai, Samburu und Turkana. Zu den kuschitischsprachigen Völkern im Osten des Landes gehören die Somali und Oromo und kleinere Gruppen wie die Rendille und El Molo.

Nicht-afrikanische Bevölkerungsgruppen (Europäer vorwiegend englischer Herkunft, Asiaten, Araber) machen etwa 1 % der Bevölkerung aus.


Sprachen und Dialekte

Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten inkl. indischer Sprachen und Dialekte auf):
Englisch ist eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet.
Swahili ist die zweite Amtssprache. Es wird an der Küste um Mombasa z. B. von den Giriama gesprochen und in den Schulen gelehrt. Gleichzeitig ist Swahili Verkehrssprache in ganz Ostafrika. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache.
Kikuyu: Sprache der größten Volksgruppe (22 Prozent der Gesamtbevölkerung), insbesondere um Nairobi; berühmte Kikuyu: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong'o.
Kamba: dem Kikuyu verwandt, wird von 11 Prozent der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
Luhya: Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14 Prozent) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z. B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
Luo: Die Sprache des drittgrößten Volks (13 Prozent), wird am Victoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luo: Jael Mbogo, Oginga Odinga, Raila Odinga und Tom Mboya.
Kalenjin: Ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 Prozent), z. B. Pokot oder das Tugen, die Sprache des Volks, aus dem der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen „Wunderläufer“ sind Kalenjin, besonders aus dem Volk der Nandi.
Turkana: Sprache des Turkana-Volkes; etwa 340.000 Sprecher.
Maa ist die Sprache der Massai und verwandter Völker wie der Samburu und Njemps.
Indische Sprachen und Dialekte der „Asians“ genannten Inder im Land.
Sheng ist die aktuelle Jugendsprache.
Ki-Settler war die auf Swahili basierende lingua franca der weißen Kolonialherren mit ihren Bediensteten, ähnlich dem Fanakalo in Südafrika oder dem Chilapalapa im kolonialen Rhodesien. Die Vorsilbe Ki- steht im Swahili für „Sprache“, heißt hier also: „Sprache der Siedler“.


Religion

Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen, davon etwa 26 % Anglikaner, 26 % Katholiken, 2,5 % Orthodoxe sowie Anhänger der zahlreichen afrikanischen Kirchen.

Mindestens 10 % der Kenianer werden den traditionellen afrikanischen Naturreligionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste Muslime der sunnitischen Richtung, die ungefähr 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Im östlichen Viertel des Landes dominieren muslimische Somali, die etwa die Hälfte aller Muslime Kenias ausmachen. Genauere Zahlen sind umstritten, da eine Unterscheidung zwischen kenianischen Somali und zwischen einer halben und einer Million Flüchtlingen aus Somalia schwierig ist.


Medizinische Versorgung

Die Säuglingssterblichkeit lag im Jahr 2008 bei 77 je 1.000 Geburten, die Müttersterblichkeit 560 je 100.000 Geburten. Nach Angaben von UNAIDS sind 7,1 bis 8,3 % der erwachsenen Bevölkerung (15-49 Jahre) HIV-positiv. Jugendliche sind besonders häufig betroffen. AIDS hat in Kenia zu einem Absinken der Lebenserwartung beigetragen.


Beschneidung

2002 wurde in Kenia mit dem Childrens Act eine moderne Kinderschutzgesetzgebung verankert. Hiernach ist die Genitalbeschneidung an unter 16-Jährigen gesetzlich verboten und wird in Artikel 14 unter Strafe gestellt. Es ist nicht bekannt, ob dieser Artikel vor Gericht schon einmal zur Anwendung kam.

Die kenianische Regierung hat im Übrigen einen „Nationalen Aktionsplan zur Abschaffung der Genitalbeschneidung von 1999 bis 2019“ (also ein Programm gegen die weibliche Genitalbeschneidung) aufgestellt. Dieser Plan deutet schon darauf hin, dass die Beschneidung von Frauen und Mädchen - wie sie z. B. wieder von Mungiki praktiziert wird – noch nicht überall erfolgreich verhindert werden kann.


Hunger und Überflutungen

Im Januar 2006 litt der Nordosten des Landes unter den Folgen einer Dürre und dem damit einhergehenden Nahrungsmittelmangel; von der Hungerkrise am Horn von Afrika 2006 waren auch in den angrenzenden Ländern Millionen Menschen bedroht.

Anfang April 2006 kam es nach rekordartigen Regenfällen (Nairobi: 54,5 mm) im ganzen Land zu Überflutungen. Einige Menschen starben in den Fluten. Mehrere Orte im Norden waren von der Außenwelt abgeschnitten, so dass die Armee Hubschrauber zur Versorgung der Bevölkerung einsetzte.


Bildung

Der Lehrplan orientiert sich am sogenannten 8-4-4-System, welches das koloniale Schulsystem mit seinen eurozentristischen Inhalten ablöste, das heißt acht Jahre Grundschule, vier Jahre Gymnasium und vier Jahre Hochschule.

Jedes Jahr findet zwischen den Schulen ein spannender Wettkampf um die höchsten Punktzahlen im nationalen Wettbewerb statt. Die Medien berichten ausführlich und mit gefühlvollen Homestorys über die stolzen Sieger und Siegerinnen. Die besten Schüler des Landes erhalten vom Präsidenten manchmal einen Ochsen oder ein Universitätsstipendium.


Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

  • Nairobi: 2.750.562 Einwohner
  • Mombasa: 799.636 Einwohner
  • Kisumu: 394.684 Einwohner
  • Nakuru: 259.934 Einwohner



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