Die Vereinigten Mexikanischen Staaten
Die Vereinigten Mexikanischen Staaten (span. Estados Unidos Mexicanos, worttreue Übersetzung: Mexikanische Vereinigte Staaten) – oder einfach nur Mexiko (México) – ist ein Staat in Nordamerika. Er grenzt im Norden an die Vereinigten Staaten von Amerika und im Süden an Belize und Guatemala. Westlich liegt der Pazifik, im Osten der Golf von Mexiko sowie das Karibische Meer, beides Randmeere des Atlantiks.
Fakten & Zahlen
Amtssprache Spanisch (de facto), seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt
Hauptstadt: Mexiko-Stadt
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Felipe Calderón Hinojosa
Fläche: 1.953.200 km²
Einwohnerzahl: 108.000.000 (2005)
Bevölkerungsdichte: 54,4 Einwohner pro km²
BIP: 840 Mrd US-Dollar (2006)
BIP/Einwohner: 8.066 US-$ (2006)
Währung: Mexikanischer Peso
Unabhängigkeit: 1810 erklärt, 1821 anerkannt
Nationalhymne: Himno Nacional Mexicano
Zeitzone: UTC -6 bis -8
Kfz-Kennzeichen: MX
Internet-TLD: .mx
Telefonvorwahl: +52
Geographie
Der grösste Teil von Mexiko ist dem nordamerikanischen Kontinent zugeordnet, während der südliche Teil bereits zur zentralamerikanischen Landbrücke zählt. Das Land ist mit einer Fläche von 1.972.540 km², wovon 1.923.046 km² auf Land und 49.176 km² auf Wasser entfallen, mehr als 6 mal so gross wie Deutschland.
Im Norden grenzt Mexiko an die USA und im Südosten an Guatemala und Belize. Es besitzt zudem 12.540 km Meeresküste, davon 8.200 km Küstenlinie am Pazifik und 3.200 km Küstenlinie am Atlantik. Ab der Küste seewärts besitzt Mexiko bis 200 Seemeilen (370 km) exklusive Nutzungsrechte.
Die grössten Städte Mexikos sind Mexiko-Stadt, Guadalajara, Puebla, Ciudad Juárez, Tijuana, Monterrey, León und Cuernavaca.
Räumliche Gliederung
Vulkan Citlaltépetl oder Pico de Orizaba, höchster Berg Mexikos
Der grösste Teil Mexikos besteht aus einem Hochlandblock, der an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden Faltenzügen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des Tertiärs auf. Beide erscheinen von den hügeligen Küstentiefländern aus als hohe Gebirgsmauern.
Vulkan Popocatépetl, der berühmteste Berg des Landes
Das Hochland ist in weite Beckenlandschaften gegliedert. Diese erreichen an der Grenze zu den USA 1.200 m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schliesst sich südlich die Cordillera Neovolcánica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des Pliozän bis Quartär besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusätzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprägt ist. Sie bildet den Südrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1.000 m tief zur Senke des Río Balsas abbricht. Im Süden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel Yucatán, deren grösster Teil zu Mexiko gehört. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem Tertiär aus dem Meer herausgehoben wurde.
Die höchsten Vulkane des Landes sind der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba genannt), der mit 5.610 m gleichzeitig der höchste Berg in Mexiko ist, der derzeit aktive Popocatépetl mit 5.452 m und der Iztaccíhuatl mit 5.286 m.
Bundesstaaten
Mexiko besteht aus 31 Bundesstaaten (Estados), die jeweils von einem Gouverneur geleitet werden, und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal), der die Hauptstadt umfasst:
1. Aguascalientes
2. Baja California
3. Baja California Sur
4. Campeche
5. Coahuila
6. Colima
7. Chiapas
8. Chihuahua
9. Distrito Federal
10. Durango
11. Guanajuato
12. Guerrero
13. Hidalgo
14. Jalisco
15. México
16. Michoacán
17. Morelos
18. Nayarit
19. Nuevo León
20. Oaxaca
21. Puebla
22. Querétaro
23. Quintana Roo
24. San Luis Potosí
25. Sinaloa
26. Sonora
27. Tabasco
28. Tamaulipas
29. Tlaxcala
30. Veracruz
31. Yucatán
32. Zacatecas
Die Bundesstaaten sind in Municipios aufgeteilt und der Bundesdistrikt in 16 Delegaciones.
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 60 % Mestizen, 30 % indigenen Völkern (nach anderen Angaben 13 % bzw. 7 %, unter anderem Maya und Nahua, Nachkommen der Azteken) und ca. 9 % Europäischstämmigen (meist Spanier). Das übrige 1 % Prozent bilden Bevölkerungsgruppen anderer Abstammung (grösstenteils aus Afrika).
Nach der Volkszählung 2000 sprechen 7,1 % der Bevölkerung indigene Sprachen, jedoch weniger als 1 % sprechen kein Spanisch. Die meist gesprochenen Sprachen sind Nahuatl (etwa 1,6 Millionen) und Mayathan (etwa 900.000). Seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt.
Die Mehrheit der schwarzen Mexikaner ging in den letzten 200 Jahren innerhalb der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der Westküste sind jedoch noch einige von ihnen zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der Schwarzen Seminolen in der kleinen Gemeinde Nacimiento de los Negros (in der Nähe von Muzquiz, Coahuila) gesprochen.
Religion
87 % der Mexikaner sind Katholiken. Daneben gibt es eine wachsende protestantische Minderheit (7,5 %). Weitere 2 % rechnen sich anderen christlichen Glaubensrichtungen zu. 3,5 % der Bevölkerung bezeichnen sich als keiner Religionsgemeinschaft angehörig und lediglich 0,36 % entfallen auf andere Religionen (Stand 2000). Die Religion hat in gewissen Schichten der mexikanischen Gesellschaft eine grosse Bedeutung, vor allem unter der ländlichen Bevölkerung und viel weniger für die Einwohner der Grossstädte.